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Kapitel 80
  Die Anditische Expansion im Abendland 


Das Urantia Buch
I Das Zentraluniversum und Superuniversen
II Das Lokaluniversum
III Die Geschichte Urantias
IV Das Leben und die Lehren Jesu

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80    Die Anditische Expansion im Abendland 
    80.1  Die Adamiten betreten Europa
    80.2  Klimatische und geologische Veränderungen
    80.3  Die cromagnoiden blauen Menschen
    80.4  Die anditischen Invasionen Europas
    80.5  Die Eroberung Nordeuropas durch die Anditen
    80.6  Die Anditen am Nil
    80.7  Die Anditen der Mittelmeerinseln
    80.8  Die Donau-Andoniten
    80.9  Die drei weien Rassen

80:0.1 OBWOHL die europäischen blauen Menschen es von sich aus zu keiner großen kulturellen Zivilisation brachten, lieferten sie doch jene biologische Grundlage, die nach der Vermischung ihrer adamisierten Linien mit den späteren anditischen Invasoren eine der zur Verwirklichung einer dynamischen Zivilisation fähigsten Rassen hervorbrachte, die seit den Zeiten der violetten Rasse und ihrer anditischen Nachfolger je auf Urantia erschienen war.

80:0.2 Die modernen weißen Völker enthalten das fortlebende Erbe der adamischen Rasse, die sich mit den Sangikrassen - in geringerem Umfang mit der roten und gelben, aber vor allem mit der blauen - vermischte. Und in allen weißen Rassen lebt ein beträchtlicher Prozentsatz der ursprünglichen andonitischen Rasse und ein noch größeres Erbe der frühen Noditen weiter.

80.1  Die Adamiten betreten Europa

80:1.1 Lange bevor die Anditen aus dem Euphrattal vertrieben wurden, waren viele ihrer Brüder als Abenteurer, Lehrer, Handelsleute und Krieger nach Europa gekommen. In den früheren Zeiten der violetten Rasse wurde das Mittelmeerbecken durch den Isthmus von Gibraltar und die Landbrücke von Sizilien geschützt. Ein Teil des sehr frühen maritimen Handels der Menschen entstand auf diesen Binnenseen, wo sich blaue Menschen aus dem Norden und Saharabewohner aus dem Süden mit Noditen und Adamiten aus dem Osten trafen.

80:1.2 Am östlichen Mittelmeerbecken hatten die Noditen eine ihrer bedeutendsten Kulturen geschaffen, und von diesen Zentren aus waren sie ein Stück weit nach Südeuropa, aber insbesondere nach Nordafrika vorgedrungen. Diese breitschädeligen Noditisch-Andonitischen Syrer führten in ihren Siedlungen auf dem sich langsam hebenden Nildelta sehr früh Töpferei und Ackerbau ein. Sie importierten ebenfalls Schafe, Ziegen, Vieh und andere domestizierte Tiere und brachten stark verbesserte Methoden der Metallbearbeitung mit; denn Syrien war damals das Zentrum dieser Industrie.

80:1.3 Mehr als dreißigtausend Jahre lang nahm Ägypten einen ständigen Strom von Mesopotamiern auf, die ihre Kunst und Kultur mitbrachten und diejenige des Niltals bereicherten. Aber der Zuzug von Saharabewohnern in großer Zahl zog die frühe Zivilisation am Nil arg in Mitleidenschaft, so dass Ägypten vor etwa fünfzehntausend Jahren seinen kulturellen Tiefpunkt erreichte.

80:1.4 In früheren Zeiten gab es wenig, was die Adamiten hätte daran hindern können, westwärts zu wandern. Die Sahara war ein offenes, überall von Hirten und Ackerbauern bewohntes Weideland. Ihre Bewohner ergriffen nie ein Handwerk, noch wurden sie Städtebauer. Sie gehörten einer indigo-schwarzen Gruppe an, in deren Adern viel Blut der verschwundenen grünen und orangen Rassen floss. Aber sie empfingen einen sehr beschränkten Anteil an violettem Erbe, bevor die Hebung des Landes und das Abdrehen der regenbringenden Winde die Überreste dieser prosperierenden und friedlichen Zivilisation zerstreuten.

80:1.5 Adams Blut wurde von den meisten Menschenrassen aufgenommen, aber einige erhielten davon mehr als andere. Die Mischrassen Indiens und die dunkleren Völker Afrikas zogen die Adamiten nicht an. Sie hätten sich bedenkenlos mit den roten Menschen vermischt, hätten diese nicht weitab in Amerika gelebt, und sie hegten freundliche Gefühle gegenüber den gelben Menschen, aber diese waren im fernen Asien schwer zu erreichen. Wenn sie deshalb von Abenteuerlust oder Altruismus ergriffen oder aus dem Euphrattal verjagt wurden, suchten sie ganz natürlich die Vereinigung mit den blauen Rassen Europas.

80:1.6 Die damals Europa beherrschenden blauen Menschen hatten keine religiösen Praktiken, die auf die früheren adamitischen Auswanderer hätten abstoßend wirken können, und die sexuelle Anziehung zwischen violetter und blauer Rasse war sehr stark. Die Besten der blauen Menschen erachteten es als eine große Ehre, sich mit den Adamiten vermählen zu dürfen. Jeder blaue Mann war vom Ehrgeiz beseelt, so gewandt und künstlerisch zu werden, dass er die Liebe einer adamitischen Frau gewinnen konnte, und das höchste Verlangen einer höheren blauen Frau war, von einem Adamiten umworben zu werden.

80:1.7 So vereinigten sich diese wandernden Söhne Edens ganz allmählich mit den höheren Vertretern der blauen Rasse, deren kulturelle Praktiken sie stärkten, während sie die Überreste der Neandertalrasse gnadenlos ausrotteten. Diese Technik der Rassenverschmelzung, verbunden mit der Eliminierung der niederen Erblinien, brachte ein gutes Dutzend männlicher und vorwärtsstrebender Gruppen höherer blauer Menschen hervor, welchen ihr den Namen Cromagnon gegeben habt.

80:1.8 Aus diesen und anderen Gründen, deren nicht geringster die günstigeren Wanderrouten waren, bewegten sich die frühen Wellen mesopotamischer Kultur fast ausschließlich auf Europa zu. Und diese Gegebenheiten waren es, welche die Grundlagen der modernen europäischen Zivilisation schufen.

80.2  Klimatische und geologische Veränderungen

80:2.1 Das frühe Eindringen der violetten Rasse in Europa nahm wegen gewisser eher plötzlicher klimatischer und geologischer Veränderungen ein jähes Ende. Mit dem Rückzug der nördlichen Eisfelder drehten die regenbringenden Westwinde nach Norden ab und verwandelten die großen offenen Weidegebiete der Sahara in eine öde Wüste. Diese Dürre hatte die Zerstreuung der kleiner gewachsenen, dunkelhäutigen und -äugigen, aber langköpfigen Bewohner des großen Saharaplateaus zur Folge.

80:2.2 Die reineren Vertreter der Indigorasse strebten den Wäldern Zentalafrikas im Süden zu, wo sie seither immer geblieben sind. Die stärker gemischten Gruppen zerstreuten sich nach drei Richtungen hin: Die höheren Stämme des Westens wanderten nach Spanien und von dort in die anliegenden Gegenden Europas aus und bildeten den Kern der späteren mediterranen langköpfigen und dunkelhäutigen Rassen. Der am wenigsten fortschrittliche Teil im Osten des Saharaplateaus zog nach Arabien und von da über Nordmesopotamien und Indien nach dem fernen Ceylon. Die mittlere Gruppe wandte sich nach Norden und Osten ins Niltal und nach Palästina.

80:2.3 Es ist dieses zugrunde liegende sekundäre Sangikblut, das einen gewissen Verwandtschaftsgrad zwischen den heutigen Völkern vom Dekan über Iran und Mesopotamien bis an beide Mittelmeerküsten nicht übersehen lässt.

80:2.4 Ungefähr zur Zeit dieser klimatischen Veränderungen in Afrika trennte sich England vom Kontinent und tauchte Dänemark aus dem Meer auf, während die Landbrücke von Gibraltar, die bisher das westliche Mittelmeerbecken geschützt hatte, infolge eines Erdbebens einbrach, was den Wasserspiegel des Binnensees rasch zum Niveau des Atlantischen Ozeans aufsteigen ließ. Bald danach versank auch die sizilianische Landbrücke, was aus dem Mittelmeer ein einziges, mit dem Atlantischen Ozean verbundenes Meer machte. Diese Naturkatastrophe spülte Dutzende von menschlichen Siedlungen hinweg und verursachte den größten Verlust an Menschenleben durch Überflutung in der ganzen Weltgeschichte.

80:2.5 Dieses Einsinken des Mittelmeerbeckens verringerte die Westwanderung der Adamiten augenblicklich, während der große Zustrom von Saharabewohnern sie veranlasste, für ihre wachsenden Scharen im Norden und Osten Edens nach Abflussmöglichkeiten Ausschau zu halten. Wenn die Nachkommen Adams aus den Tälern von Tigris und Euphrat nach Norden wanderten, stießen sie auf Gebirgsbarrieren und auf das damals ausgedehnte Kaspische Meer. Und viele Generationen lang lebten die Adamiten als Jäger, Hirten und Ackerbauern in ihren über ganz Turkestan verstreuten Siedlungen. Langsam dehnte dieses prächtige Volk sein Territorium bis nach Europa hin aus. Aber diesmal betreten die Adamiten Europa von Osten her und finden eine Kultur der blauen Menschen vor, die um Jahrtausende hinter derjenigen Asiens zurückgeblieben ist, denn dieses Gebiet ist kaum je mit Mesopotamien in Berührung gekommen.

80.3  Die cromagnoiden blauen Menschen

80:3.1 Die einstigen Kulturzentren der blauen Menschen lagen an allen Flüssen Europas, aber einzig die Somme folgt heute noch demselben Lauf wie vor der Eiszeit.

80:3.2 Zwar sprechen wir von den ganzen europäischen Kontinent überziehenden blauen Menschen, aber es gab Dutzende von Rassentypen. Sogar schon vor fünfunddreißigtausend Jahren waren die blauen Rassen Europas ein sehr stark gemischtes Volk mit roten wie gelben Erbanteilen, während sie an den atlantischen Küstenstrichen und in den Gebieten des heutigen Russland einen ansehnlichen Anteil andonitischen Blutes empfangen hatten und im Süden mit der Saharabevölkerung in Berührung standen. Aber ein Versuch, all die verschiedenen Rassengruppen aufzuzählen, wäre zwecklos.

80:3.3 Die europäische Zivilisation dieser frühen nachadamischen Periode war eine einzigartige Verschmelzung der Kraft und Kunst der blauen Menschen mit der schöpferischen Imagination der Adamiten. Die blauen Menschen waren eine Rasse von großer Lebenskraft, aber der kulturelle und geistige Status der Adamiten büßte durch sie sehr viel ein. Diesen fiel es sehr schwer, die cromagnoiden Menschen zur Annahme ihrer Religion zu bewegen, da so viele von ihnen die jungen Mädchen betrogen und sittlich verdarben. Zehntausend Jahre lang befand sich Europas Religion verglichen mit den Entwicklungen in Indien und Ägypten auf einem Tiefstand.

80:3.4 Die blauen Menschen waren in ihrem ganzen Handeln vollkommen ehrlich und völlig frei von den sexuellen Lastern der gemischten Adamiten. Sie respektierten die Jungfräulichkeit und praktizierten Polygamie nur, wenn Krieg einen Männermangel verursachte.

80:3.5 Diese Cromagnonvölker waren eine mutige und weit blickende Rasse. Sie pflegten ein wirksames System der Kindererziehung. Beide Eltern beteiligten sich an dieser Aufgabe, und die Dienste der älteren Kinder wurden voll in Anspruch genommen. Jedes Kind wurde sorgfältig im Unterhalt der Höhle, in allerhand Fertigkeiten und in der Herstellung von Feuerstein unterwiesen. Schon in jungem Alter kannten sich die Frauen in den häuslichen Tätigkeiten und im primitiven Ackerbau gut aus, während die Männer gewandte Jäger und mutige Krieger waren.

80:3.6 Die blauen Menschen waren Jäger, Fischer und Nahrungssammler; sie waren erfahrene Bootsbauer. Sie stellten Steinäxte her, fällten Bäume und errichteten Blockhütten, die teils in den Boden eingelassen und mit Tierhäuten überdacht waren. Und es gibt in Sibirien heute noch Ethnien, die ebensolche Hütten bauen. Die südlichen Cromagnoiden lebten gewöhnlich in Höhlen und Grotten.

80:3.7 Es kam in der beißenden Winterkälte nicht selten vor, dass ihre am Höhleneingang Nachtwache haltenden Posten erfroren. Sie hatten Mut, aber vor allem waren sie Künstler, und die adamische Blutbeimischung beschleunigte auf einmal ihre schöpferische Imagination. Die Kunst der blauen Menschen erreichte ihren Höhepunkt etwa vor fünfzehntausend Jahren, bevor die dunkelhäutigeren Rassen von Afrika durch Spanien heraufkamen.

80:3.8 Vor etwa fünfzehntausend Jahren nahmen die alpinen Wälder gewaltig zu. Unter demselben klimatischen Zwang, der die glücklichen Jagdgründe der Welt in trockene und öde Wüsten verwandelt hatte, wurden die europäischen Jäger in die Flusstäler und an die Meeresküsten getrieben. Als die Regenwinde nach Norden drehten, bedeckten sich die großen offenen Weidegebiete Europas mit Wäldern. Diese großen und relativ plötzlichen klimatischen Veränderungen zwangen die Rassen Europas, sich aus Jägern, die in offenen Gegenden herumschweiften, in Hirten und in gewissem Ausmaß in Fischer und Ackerbauer zu verwandeln.

80:3.9 Zwar hatten diese Wechsel kulturelle Fortschritte zur Folge, aber sie bewirkten auch gewisse biologische Rückentwicklungen. In der vorausgehenden Jagdära hatten die Angehörigen höherstehender Stämme die edleren der Kriegsgefangenen geheiratet und stets all jene umgebracht, die sie als niedriger einstuften. Aber als sie sich in Siedlungen niederzulassen und Ackerbau und Handel zu treiben begannen, gingen sie dazu über, viele der mittelmäßigen Gefangenen als Sklaven zu behalten. Und es war die Nachkommenschaft dieser Sklaven, die später den gesamten Cromagnontyp so sehr schädigte. Diese Rückbildung der Kultur dauerte, bis ihr aus Osten ein frischer Impuls zuteil wurde, als die letzte und massenweise Invasion der Mesopotamier über Europa hinwegfegte, die den Cromagnontyp und seine Kultur rasch absorbierte und die Zivilisation der weißen Rassen begründete.

80.4  Die anditischen Invasionen Europas

80:4.1 Obwohl die Anditen in ununterbrochenem Fluss nach Europa einströmten, gab es doch sieben Hauptinvasionen, wobei die letzten Ankömmlinge in drei großen Wellen zu Pferde anlangten. Einige drangen über die Inseln der Ägäis in Europa ein und bewegten sich das Donautal hinauf, aber die Mehrzahl der früheren und reineren Linien wanderte über die Nordroute durch die Weidegegenden der Wolga und des Dons nach Nordwesteuropa.

80:4.2 Zwischen der dritten und vierten Invasion fiel eine Horde von Andoniten aus dem Norden in Europa ein. Sie stammte aus Sibirien und war über die russischen Flüsse und die baltischen Lande gekommen. Sofort erfolgte ihre Assimilierung durch die nördlichen Anditenstämme.

80:4.3 Die früheren Invasionen der reineren violetten Rasse verliefen viel friedlicher als die ihrer späteren halbmilitärischen und eroberungslustigen anditischen Nachkommen. Die Adamiten waren friedliebend, die Noditen streitlustig. Die Vereinigung beider Rassen und ihre spätere Vermischung mit den Sangikrassen ergab die fähigen, dynamischen Anditen, die richtige militärische Eroberungen machten.

80:4.4 Aber das Pferd war der evolutionäre Faktor, welcher für die beherrschende Stellung der Anditen im Abendland entscheidend war. Das Pferd verlieh den sich zerstreuenden Anditen den bis dahin nicht existierenden Vorteil der Mobilität und befähigte die letzten Gruppen berittener Anditen, den Weg um das Kaspische Meer herum rasch zurückzulegen und ganz Europa zu überrennen. Alle früheren Anditenwellen hatten sich so langsam fortbewegt, dass sie in mehr oder minder großer Entfernung von Mesopotamien zur Desintegration neigten. Aber diese späteren Wellen bewegten sich so rasch vorwärts, dass sie Europa als fest gefügte Gruppen erreichten, die immer noch ein gewisses Maß an höherer Kultur bewahrten.

80:4.5 Zehntausend Jahre lang hatte die ganze bewohnte Welt, von China und der Euphratgegend abgesehen, nur sehr begrenzte kulturelle Fortschritte gemacht, bis im siebenten und sechsten Jahrtausend v. Chr. die zähen anditischen Reiter erschienen. Auf ihrem Vormarsch durch die russischen Ebenen absorbierten sie die besten und rotteten die schlechtesten der blauen Menschen aus und verschmolzen dabei zu einem einzigen Volk. Das waren die Vorfahren der so genannten nordischen Rassen, die Vorväter der skandinavischen, germanischen und angelsächsischen Völker.

80:4.6 Es dauerte nicht lange, bis in ganz Nordeuropa die höheren blauen Linien völlig in den Anditen aufgegangen waren. Nur in Lappland (und bis zu einem gewissen Grad in der Bretagne) bewahrten die älteren Andoniten so etwas wie eine Identität.

80.5  Die Eroberung Nordeuropas durch die Anditen

80:5.1 Die Stämme Nordeuropas wurden durch den unablässigen Zustrom von Mesopotamiern, die die Gegenden Turkestans und Südrusslands durchwandert hatten, ständig verstärkt und biologisch gehoben, und als die letzten anditischen Reiterwellen über Europa hinwegfegten, gab es in dieser Gegend schon mehr Menschen mit Anditischem Erbe als in der ganzen übrigen Welt.

80:5.2 Dreitausend Jahre lang befand sich das militärische Hauptquartier der nördlichen Anditen in Dänemark. Von diesem zentralen Punkt aus wurden die aufeinander folgenden Eroberungswellen ausgelöst, wobei das anditische Element immer schwächer und das weiße immer stärker wurde, als sich mit dem Verstreichen der Jahrhunderte ein endgültiges Verschmelzen der mesopotamischen Eroberer mit den eroberten Völkern einstellte.

80:5.3 Während die blauen Menschen im Norden absorbiert worden waren und im Süden schließlich dem Ansturm der einfallenden weißen Reiter unterlegen waren, stießen die vorrückenden Stämme der gemischten weißen Rasse auf den hartnäckigen und anhaltenden Widerstand der Cromagnons; aber ihre höhere Intelligenz und ständig zunehmenden biologischen Reserven befähigten sie, die ältere Rasse völlig zum Verschwinden zu bringen.

80:5.4 Die entscheidenden Schlachten zwischen den weißen und blauen Menschen wurden im Tal der Somme geschlagen. Hier setzte die Blüte der blauen Rasse den südwärts strebenden Anditen erbitterten Widerstand entgegen, und über fünfhundert Jahre lang verteidigten diese Cromagnoiden ihre Stammlande mit Erfolg, bevor sie der überlegenen Militärstrategie der weißen Eindringlinge unterlagen. Thor, der siegreiche Befehlshaber der Armeen des Nordens in der letzten Schlacht an der Somme, wurde der Held der nördlichen weißen Stämme und später von einigen von ihnen als ein Gott verehrt.

80:5.5 Die Bollwerke der blauen Menschen, die sich am längsten halten konnten, befanden sich in Südfrankreich, aber der letzte große militärische Widerstand wurde an der Somme gebrochen. Danach geschah die Eroberung über Handelsdurchdringung, Bevölkerungsdruck längs der Flüsse und fortlaufende Heiraten mit den höheren blauen Menschen bei gleichzeitiger gnadenloser Ausrottung der niedrigeren.

80:5.6 Wenn der Stammesrat der anditischen Ältesten einen niedrigeren Gefangenen für untauglich befunden hatte, wurde dieser in einer umständlichen Zeremonie den Schamanen-Priestern übergeben, die ihn zum Fluss geleiteten und ihn mit den Riten der Einweihung in die "glückseligen Jagdgründe" - Tod durch Ertränken - versahen. Auf diese Weise rotteten die weißen Eroberer Europas alle unterwegs angetroffenen Volksgruppen aus, die sie sich nicht rasch einverleibten, und so nahm der blaue Mensch ein Ende - ein rasches Ende.

80:5.7 Die cromagnoiden blauen Menschen bildeten die biologische Grundlage der modernen europäischen Rassen, aber sie haben nur in ihrer Absorbierung durch die späteren männlichen Eroberer ihrer Stammlande weitergelebt. Das blaue Erbe lieferte den weißen Rassen Europas manche robuste Charakterzüge und viel physische Kraft, aber Humor und Imagination der gemischten europäischen Völker stammen von den Anditen. Diese anditisch-blaue Verschmelzung, aus der die nördlichen weißen Rassen hervorgingen, bewirkte ein augenblickliches Absinken der anditischen Zivilisation, eine Verzögerung vorübergehender Natur. Schließlich kam die latente Superiorität dieser nördlichen Barbaren an den Tag und gipfelte in der heutigen europäischen Zivilisation.

80:5.8 Um 5000 v. Chr. beherrschten die sich entwickelnden weißen Rassen ganz Nordeuropa einschließlich Norddeutschlands, Nordfrankreichs und der Britischen Inseln. Mitteleuropa befand sich eine Zeitlang in der Hand der blauen Menschen und der rundköpfigen Andoniten. Letztere bewohnten hauptsächlich das Donautal und wurden von den Anditen nie völlig verdrängt.

80.6  Die Anditen am Nil

80:6.1 Von der Zeit der letzten anditischen Auswandererwellen an kam es im Euphrattal zu einem Niedergang der Kultur, und das unmittelbare Zivilisationszentrum verlagerte sich in das Niltal. Ägypten trat die Nachfolge Mesopotamiens als Sitz der am weitesten fortgeschrittenen Gruppe der Erde an.

80:6.2 Das Niltal begann, kurz vor den Tälern Mesopotamiens von Überschwemmungen heimgesucht zu werden, litt aber weit weniger darunter. Dieser frühe Rückschlag wurde durch den ständigen Zustrom anditischer Einwanderer mehr als wettgemacht, so dass Ägyptens Kultur, obwohl sie tatsächlich aus der Euphratgegend stammte, sich an die Spitze vorzukämpfen schien. Um 5000 v. Chr., zur Zeit der Überschwemmungen in Mesopotamien, gab es in Ägypten sieben verschiedene Gruppen von menschlichen Wesen; alle außer einer einzigen waren aus Mesopotamien gekommen.

80:6.3 Als es zum letzten Exodus aus dem Euphrattal kam, hatte Ägypten das Glück, eine große Zahl der geschicktesten Künstler und Handwerker aufzunehmen. Diese anditischen Handwerker fühlten sich hier ganz wie zu Hause, da sie mit dem Flussleben, seinen Überschwemmungen, Bewässerungsproblemen und Trockenzeiten völlig vertraut waren. Sie freuten sich über die geschützte Lage des Niltals, da sie hier viel weniger als am Euphrat feindlichen Überfällen und Angriffen ausgesetzt waren. Und sie trugen viel zu der Fertigkeit der Ägypter in der Metallbearbeitung bei. Sie arbeiteten hier mit erzhaltigem Gestein, das sie vom Berg Sinai statt aus der Schwarzmeergegend bezogen.

80:6.4 Sehr früh vereinigten die Ägypter ihre Gemeindegottheiten in einem ausgeklügelten nationalen Göttersystem. Sie entwickelten eine weitläufige Theologie und besaßen eine ebenso weitläufige, aber drückende Priesterschaft. Mehrere Führer versuchten verschiedentlich, die Reste der frühen religiösen Lehren der Sethiter neu zu beleben, aber diese Bemühungen waren kurzlebig. Die Anditen errichteten Ägyptens erste Gebäude aus Stein. Der Erbauer der ersten und erlesensten aller Steinpyramiden war Imhotep, ein anditisches architektonisches Genie, der auch als erster Minister wirkte. Die früheren Bauten waren in Backstein erstellt worden, und obwohl man in verschiedenen Erdgegenden bereits viele Gebäude aus Stein errichtet hatte, war dies in Ägypten das erste. Aber mit der Baukunst ging es von den Tagen dieses großen Architekten an stets abwärts.

80:6.5 Diese strahlende Kulturepoche nahm wegen innerer Kriege längs des Nils ein jähes Ende, und wie zuvor Mesopotamien wurde das Land von den niedrigeren Stämmen aus dem unwirtlichen Arabien und von den Schwarzen aus dem Süden überrannt. Demzufolge nahm die soziale Kultur mehr als fünfhundert Jahre lang stetig ab.

80.7  Die Anditen der Mittelmeerinseln

80:7.1 Während des Niedergangs der Kultur Mesopotamiens konnte sich auf den Inseln des östlichen Mittelmeers eine Zeitlang eine höhere Zivilisation halten.

80:7.2 Um 12 000 v. Chr. wanderte ein Stamm hervorragender Anditen nach Kreta aus. Dies war die einzige Insel, die so früh von einer solch hochstehenden Gruppe besiedelt wurde, und es dauerte fast zweitausend Jahre, bis sich die Nachkommen dieser Seefahrer auf den Nachbarinseln ausbreiteten. Diese Gruppe bestand aus den schmalköpfigen, kleiner gewachsenen Anditen, die sich mit der vanitischen Abteilung der nördlichen Noditen vermischt hatten. Sie waren alle weniger als 180 Zentimeter groß und von ihren größeren, aber tieferstehenden Gefährten buchstäblich vom Festland gestoßen worden. Diese nach Kreta emigrierten Anditen waren hocherfahren in der Herstellung von Geweben, in Metallbearbeitung, Töpferei, Bleiguss und in der Verwendung von Stein als Baumaterial. Sie begannen zu schreiben und lebten als Hirten und Ackerbauern.

80:7.3 Etwa zweitausend Jahre nach der Besiedlung Kretas begab sich eine Gruppe der hochgewachsenen Nachkommen Adamsons, die fast direkt von ihrer heimatlichen Hochebene im Norden Mesopotamiens herkam, über die nördlichen Inseln nach Griechenland. Diese Väter der Griechen wurden von Sato, einem direkten Nachfahren Adamsons und Rattas, nach Westen geführt.

80:7.4 Die Gruppe, die sich schließlich in Griechenland niederließ, bestand aus dreihundertfünfundsiebzig ausgewählten, höheren Menschen, die das Ende der zweiten Zivilisation der Adamsoniten verkörperten. Diese späten Söhne Adamsons besaßen die damals kostbarsten Erbanlagen der im Entstehen begriffenen weißen Rassen. Sie standen auf einer hohen intellektuellen Stufe und waren physisch betrachtet seit den Tagen des ersten Edens die schönsten Menschen.

80:7.5 Bald lösten Griechenland und die ägäische Inselregion Mesopotamien und Ägypten als abendländische Handels-, Kunst- und Kulturzentren ab. Aber so wie in Ägypten stammte praktisch die ganze Kunst und Wissenschaft der ägäischen Welt aus Mesopotamien, wenn man von der Kultur der adamsonitischen Vorläufer der Griechen absieht. Alle Kunst und der ganze Genius dieser Griechen ist ein direktes Vermächtnis der Nachkommenschaft Adamsons, des ersten Sohnes Adams und Evas, und seiner außergewöhnlichen zweiten Gemahlin, einer in ununterbrochener Linie vom reinen noditischen Stab des Fürsten Caligastia abstammenden Tochter. Kein Wunder, dass die Griechen mythologische Überlieferungen besaßen, wonach sie direkt von Göttern und übermenschlichen Wesen abstammten.

80:7.6 Die Ägäis durchlief fünf verschiedene kulturelle Stadien, von denen jedes immer weniger geistig wurde als das vorhergehende, und bald brach die letzte ruhmreiche Kunstära unter dem Gewicht des sich rasch vermehrenden mittelmäßigen Nachwuchses der Sklaven zusammen, die von den letzten Griechengenerationen aus dem Donauraum importiert worden waren.

80:7.7 Während dieses Zeitalters erreichte der Mutterkult der Nachfahren Kains auf Kreta seine höchste Blüte. Dieser Kult verherrlichte Eva in der Anbetung der "großen Mutter". Darstellungen Evas waren allgegenwärtig. Tausende von öffentlichen Heiligtümern wurden überall auf Kreta und in Kleinasien errichtet. Und dieser Mutterkult hielt bis in die Zeiten Christi an und wurde später der frühen christlichen Religion unter dem Deckmantel der Verherrlichung und Anbetung von Maria, der irdischen Mutter Jesu, einverleibt.

80:7.8 Bis um 6500 v. Chr. hatte das geistige Erbe der Anditen einen großen Niedergang erfahren. Die Nachfahren Adams hatten sich weit herum zerstreut und waren von den älteren und zahlreicheren menschlichen Rassen praktisch verschluckt worden. Und dieser Verfall der anditischen Zivilisation zusammen mit dem Verschwinden ihrer religiösen Standards ließ die geistig verarmten Rassen der Welt in einem beklagenswerten Zustand.

80:7.9 Um 5000 v. Chr. lebten die reinsten Nachfahren Adams in Sumer, Nordeuropa und Griechenland. Ganz Mesopotamien erlitt durch den Strom gemischter und dunklerer Rassen, die aus Arabien einsickerten, einen langsamen Niedergang. Und die Ankunft dieser niedrigeren Volksgruppen trug noch mehr zur Zerstreuung des biologischen und kulturellen Rests der Anditen ins Ausland bei. Aus dem ganzen fruchtbaren Halbmond strömte die abenteuerlustigere Bevölkerung nach Westen auf die Inseln. Die Auswanderer bauten sowohl Getreide wie Gemüse an und führten gezähmte Tiere mit sich.

80:7.10 Etwa um 5000 v. Chr. zog eine mächtige Schar fortschrittlicher Mesopotamier aus dem Euphrattal aus und ließ sich auf der Insel Zypern nieder; diese Zivilisation wurde etwa zweitausend Jahre später durch Barbarenhorden aus dem Norden vernichtet.

80:7.11 Eine andere große Kolonie setzte sich am Mittelmeer in der Nähe des späteren Karthago fest. Und von Nordafrika aus betraten Anditen in großer Zahl Spanien und vermischten sich später in der Schweiz mit ihren Brüdern, die schon früher von den Ägäischen Inseln nach Italien gekommen waren.

80:7.12 Als auf den kulturellen Niedergang Mesopotamiens der von Ägypten folgte, flohen viele der fähigeren und fortschrittlicheren Familien nach Kreta, wodurch dessen ohnehin schon fortgeschrittene Zivilisation stark verbessert wurde. Und als später die Ankunft niedrigerer Gruppen aus Ägypten Kretas Zivilisation bedrohte, begaben sich die kultivierteren Familien westwärts nach Griechenland.

80:7.13 Die Griechen waren nicht nur große Lehrer und Künstler, sie waren auch der Welt größte Handelsleute und Kolonisatoren. Bevor sie der Flut von Inferiorität erlagen, die schließlich ihre Kunst und ihren Handel verschlang, gelang es ihnen, im Westen so viele Außenposten ihrer Kultur zu errichten, dass ein großer Teil der Fortschritte der frühen griechischen Zivilisation in den späteren Völkern Südeuropas weiterlebte, und viele der gemischten Abkömmlinge dieser Adamsoniten wurden in die Stämme des anliegenden Festlandes eingegliedert.

80.8  Die Donau-Andoniten

80:8.1 Die Anditen des Euphrattals wanderten nordwärts nach Europa, um sich mit den blauen Menschen zu vermischen, und westwärts in die Mittelmeergegenden, um sich mit den Resten der durchmischten Saharabewohner und der südlichen blauen Menschen zu mischen. Und diese beiden Zweige der weißen Rasse wurden - und werden heute noch - weit auseinander gehalten durch die breitschädeligen Bergbewohner und Nachkommen der früheren andonitischen Stämme, die seit langem diese zentralen Gegenden bewohnten.

80:8.2 Diese Nachkommen Andons lebten über die meisten Bergregionen Mittel- und Südosteuropas verstreut. Sie wurden oft durch Ankömmlinge aus Kleinasien verstärkt, welches sie in stattlicher Zahl bewohnten. Die alten Hethiter stammten direkt von der andonitischen Rasse ab; ihre blasse Haut und ihre breiten Schädel waren für diese Rasse typisch. Diese Linie war in Abrahams Ahnenschaft vertreten und trug viel zu den charakteristischen Gesichtszügen seiner späteren jüdischen Abkömmlinge bei, die, obwohl sie ihre Kultur und Religion von den Anditen bezogen hatten, eine völlig andere Sprache sprachen. Ihre Sprache war eindeutig andonitisch.

80:8.3 Die Stämme, die an den Seen Italiens, der Schweiz und Südeuropas in Behausungen wohnten, die auf Pfählen oder Dämmen aus Holzpflöcken ruhten, waren die vorrückenden Ränder der afrikanischen und ägäischen Wanderbewegungen und insbesondere der Donaubewohner.

80:8.4 Die Donaubewohner waren Andoniten, Bauern und Hirten, die über die Balkanhalbinsel nach Europa gekommen waren und sich, dem Lauf der Donau folgend, langsam nach Norden bewegten. Sie stellten Töpferware her, bebauten das Land und zogen es vor, in den Tälern zu leben. Ihre nördlichste Siedlung befand sich bei Lüttich in Belgien. Diese Stämme erlebten einen raschen Abstieg, während sie sich vom Zentrum und von der Quelle ihrer Kultur fortbewegten. Die beste Töpferei stammt aus den früheren Siedlungen.

80:8.5 Die Donaubewohner wurden infolge der Tätigkeit der Missionare aus Kreta zu Mutteranbetern. Diese Stämme vermischten sich später mit Gruppen andonitischer Seeleute, die auf Schiffen von der Küste Kleinasiens herkamen und ebenfalls Mutteranbeter waren. So wurde ein großer Teil Mitteleuropas früh von diesen gemischten Typen breitschädeliger weißer Rassen besiedelt, die den Mutterkult und den religiösen Ritus der Einäscherung der Verstorbenen pflegten, denn es war Sitte dieser Mutteranbeter, ihre Toten in Steinhütten zu verbrennen.

80.9  Die drei weißen Rassen

80:9.1 Gegen Ende der anditischen Wanderungen hatten die Rassenvermischungen in Europa im Großen und Ganzen zu den drei folgenden weißen Rassen geführt:

80:9.2 1. Die nördliche weiße Rasse. Diese so genannte nordische Rasse bestand hauptsächlich aus den blauen Menschen zuzüglich der Anditen, enthielt aber auch beträchtliche Anteile andonitischen Blutes nebst geringeren roten und gelben Sangikanteilen. Die nördliche weiße Rasse vereinigte also die vier wünschenswertesten menschlichen Rassen in sich. Aber das größte Erbe stammte von den blauen Menschen. Der typische frühe Nordländer war langköpfig, groß gewachsen und blond. Aber schon vor langer Zeit vermischte sich diese Rasse völlig mit allen anderen Zweigen der weißen Völker.

80:9.3 Die primitive Kultur Europas, auf die die eindringenden Nordländer trafen, war diejenige der mit den blauen Menschen vermischten, sich zurückentwickelnden Donauvölker. Am Rhein begegneten und vermischten sich die nordisch-dänische Kultur und diejenige der Andonitischen Donaubewohner, wovon im heutigen Deutschland die Existenz zweier Rassengruppen zeugt.

80:9.4 Die Nordländer setzten das Geschäft mit an der baltischen Küste gewonnenem Bernstein fort und entwickelten mit den Breitköpfen des Donautals einen sehr regen Handel, der sich über den Brennerpass abwickelte. Der intensive Kontakt mit den Donaubewohnern führte die Nordländer zu der Mutterverehrung, und während mehrerer Jahrtausende war die Verbrennung der Toten in fast ganz Skandinavien üblich. Das erklärt, weshalb man keine Überreste von Vertretern der früheren weißen Rassen finden kann, obwohl sie überall in Europa beerdigt wurden - außer ihre Aschen in Stein- und Tonurnen. Diese weißen Menschen bauten auch Behausungen; sie lebten nie in Höhlen. Und das erklärt wiederum, weshalb es nur so spärliche Zeugnisse von der frühen Kultur der weißen Menschen gibt, während der vorausgegangene Cromagnontyp dort gut erhalten blieb, wo er im sicheren Schutz von Höhlen und Grotten ruhte. Sozusagen über Nacht trat in Nordeuropa an die Stelle einer primitiven Kultur zurückfallender Donaubewohner und blauer Menschen jene von plötzlich erscheinenden, hoch überlegenen weißen Menschen.

80:9.5 2. Die zentrale weiße Rasse. Obwohl diese Gruppe auch ein blaues, gelbes und anditisches Erbe besitzt, ist sie doch vorwiegend andonitisch. Diese Menschen sind breitköpfig, dunkelhäutig und stämmig. Sie sind zwischen die nordische und die mediterrane Rasse wie ein Keil getrieben, dessen breite Basis in Asien ruht, während seine Spitze in Ostfrankreich eindringt.

80:9.6 Fast zwanzigtausend Jahre lang waren die Andoniten von den Anditen immer tiefer in den Norden Zentralasiens geschoben worden. Um 3000 v. Chr. trieb zunehmende Aridität diese Andoniten wieder nach Turkestan zurück. Dieser Druck der Andoniten nach Süden hielt mehr als tausend Jahre lang an; sie spalteten sich am Kaspischen und am Schwarzen Meer auf und drangen in Europa sowohl über den Balkan als auch über die Ukraine ein. Unter den Invasoren befanden sich die restlichen Gruppen von Nachfahren Adamsons und - in der letzten Hälfte der Invasionsperiode - eine beträchtliche Zahl iranischer Anditen sowie viele Nachfahren der sethitischen Priester.

80:9.7 Um 2500 v. Chr. erreichten die Andoniten auf ihrem westwärts gerichteten Vormarsch Europa. Und dieses Überrollen ganz Mesopotamiens, Kleinasiens und des Donaubeckens durch die Barbaren von den Hügeln Turkestans stellte den ernsthaftesten und dauerhaftesten aller bis dahin eingetretenen kulturellen Rückschläge dar. Die Invasoren andonisierten entschieden den Charakter der mitteleuropäischen Rassen, die seit damals immer in charakteristischer Weise alpin geblieben sind.

80:9.8 3. Die südliche weiße Rasse. Diese dunkelhäutige mediterrane Rasse bestand aus einer Mischung der Anditen mit den blauen Menschen und besaß eine geringere andonitische Beimischung als die nördliche. Über die Saharabewohner absorbierte diese Gruppe auch einen beträchtlichen Anteil sekundären Sangikblutes. In späterer Zeit wurden dieser südlichen Abteilung der weißen Rasse kräftige anditische Elemente aus dem östlichen Mittelmeerraum zugeführt.

80:9.9 In die Küstengebiete des Mittelmeers drangen die Anditen indessen nicht vor den Zeiten der großen Nomadeninvasionen von 2500 v. Chr. ein. Während dieser Jahrhunderte, da die Nomaden in die östlichen Mittelmeergebiete einfielen, kamen Landverkehr und -handel beinahe zum Erliegen. Diese Behinderung des Landverkehrs hatte eine große Zunahme des Seeverkehrs und -handels zur Folge, so dass der auf dem Mittelmeer geborene Handel vor etwa viertausendfünfhundert Jahren in vollem Schwung war. Und dieser sich entwickelnde Seeverkehr hatte eine plötzliche Auswanderung der Nachkommen der Anditen in alle Küstengebiete des Mittelmeerbeckens zur Folge.

80:9.10 Diese Rassenvermischungen legten das Fundament zu der südeuropäischen Rasse, der von allen am stärksten gemischten. Und seit jenen Tagen hat diese Rasse noch weitere Beimischungen erfahren, insbesondere von den blau-gelb-anditischen Völkern Arabiens. Die Mittelmeerrasse ist in Wahrheit so weitgehend mit den umliegenden Völkern vermischt, dass sie als selbständiger Typ praktisch nicht zu unterscheiden ist, aber im Allgemeinen sind ihre Vertreter kurz gewachsen, langköpfig und dunkelhäutig.

80:9.11 Im Norden brachten die Anditen durch Kriege und Heiraten die blauen Menschen zum Verschwinden, aber im Süden überlebten diese in größerer Zahl. Die Basken und die Berber sind die Überlebenden von zwei Zweigen dieser Rasse, aber auch diese Völker haben sich völlig mit den Saharabewohnern vermischt.

80:9.12 Dies war das Bild der Rassenvermischungen, das Mitteleuropa um 3000 v. Chr. bot. Trotz des teilweisen adamischen Scheiterns hat tatsächlich eine Vermischung mit den höheren Typen stattgefunden.

80:9.13 Das war die Zeit des Übergangs von der Jungsteinzeit zur anhebenden Bronzezeit. In Skandinavien war bereits die mit Mutterkult einhergehende Bronzezeit angebrochen. In Südfrankreich und Spanien herrschte noch die mit Sonnenverehrung einhergehende Jungsteinzeit. In dieser Zeit wurden die kreisförmigen und unbedachten Sonnentempel errichtet. Die weißrassigen Europäer waren tatkräftige Bauleute, die ihre Freude daran hatten, als Geschenke an die Sonne gewaltige Steine aufzustellen, so wie ihre späteren Nachfahren es in Stonehenge taten. Die herrschende Sonnenverehrung ist ein Hinweis darauf, dass dies in Südeuropa eine große Zeit des Ackerbaus war.

80:9.14 Der Aberglaube dieser relativ jungen Periode der Sonnenanbetung lebt heute noch in den Volksbräuchen der Bretagne weiter. Obwohl diese Bretonen seit über fünfzehnhundert Jahren christianisiert sind, verwenden sie immer noch Amulette der Jungsteinzeit, um den bösen Blick von sich abzuwenden. Sie besitzen in ihren Kaminen immer noch Donnersteine, um sich vor Blitzschlag zu schützen. Die Bretonen vermischten sich nie mit den nordischen Skandinaviern. Sie sind die Abkömmlinge der mit der mediterranen Rasse vermischten ursprünglichen andonitischen Einwohner Westeuropas.

80:9.15 Aber es ist ein Irrtum, die weißen Völker in nordische, alpine und mediterrane einteilen zu wollen. Es hat alles in allem viel zu viel Vermischung stattgefunden, als dass eine solche Gruppierung noch erlaubt wäre. Zu einer bestimmten Zeit hat eine recht deutliche Trennung der weißen Rasse in diese Klassen bestanden, aber seither hat eine Durchmischung in so großem Umfang stattgefunden, dass es nicht mehr möglich ist, solche Unterscheidungen mit Klarheit vorzunehmen. Sogar schon um 3000 v. Chr. gehörten die damaligen sozialen Gruppen ebenso wenig einer einzigen Rasse an wie die gegenwärtigen Bewohner Nordamerikas.

80:9.16 Diese europäische Kultur hat während fünftausend Jahren zu wachsen und sich bis zu einem gewissen Grad zu vermischen fortgefahren. Aber die Sprachbarrieren haben vollständige Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen abendländischen Nationen verhindert. Während des vergangenen Jahrhunderts hat diese Kultur in der kosmopolitischen Bevölkerung Nordamerikas ihre beste Gelegenheit zur Durchmischung erhalten, und die Zukunft dieses Kontinents wird ebenso sehr durch die Qualität der Rassenfaktoren bestimmt werden, denen man den Eintritt in seine gegenwärtige und zukünftige Bevölkerung gestattet, wie durch das Niveau der sozialen Kultur, das man aufrechterhält.

80:9.17 [Verfasst durch einen Erzengel von Nebadon.]